{"id":130,"date":"2022-07-08T06:42:05","date_gmt":"2022-07-08T04:42:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kuef.de\/?p=130"},"modified":"2022-07-08T06:42:07","modified_gmt":"2022-07-08T04:42:07","slug":"gasmangel-gefaehrdet-die-bildung-und-ich-bin-wichtiger-als-du","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kuef.de\/index.php\/2022\/07\/08\/gasmangel-gefaehrdet-die-bildung-und-ich-bin-wichtiger-als-du\/","title":{"rendered":"Gasmangel gef\u00e4hrdet die Bildung &#8211; und ich bin wichtiger als Du!"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Jetzt macht sich die FDP Sorge darum, dass Unterricht wegen Gasmangels ausfallen k\u00f6nnte. Klingt ja erstmal r\u00fchrend, ist aber eher drollig naiv. Das Problem ist mit einer Priorit\u00e4t bei der Gasversorgung allein \u00fcberhaupt nicht zu l\u00f6sen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt ist es im vollen Gange: Das Geschachere darum, wer Priorit\u00e4t hat. Wir sind es bereits gewohnt seit 2020. Der globale Fluss an Versorgungsg\u00fcter ger\u00e4t ins Ruckeln und das Schlaraffenland aus Allzeitverf\u00fcgbarem Konsum ist nicht aufrecht zu erhalten. Wenn nicht jederzeit genug von allem f\u00fcr alle da ist, soll man dann manche bevorzugen, um damit vielleicht allen am besten zu dienen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dieses &#8222;ich bin aber wichtiger als du&#8220;, hat so richtig Fahrt aufgenommen<\/strong>, als es darum ging alle Kontakte zu beschr\u00e4nken, weil wir in der Anfangsphase der Pandemie nichts anderes hatten, was wir dem Virus entgegen halten konnten. Da sollten dann die Kinder daheim bleiben, fern von Kita, Schule, Freunden und selbst Spielpl\u00e4tzen. Daf\u00fcr konnten viele Eltern ihrem Beruf nicht mehr voll nachgehen. In der Konsequenz hatte dies letztlich zu den meisten Kontaktreduzierungen gef\u00fchrt, wurde aber nicht von allen gleicherma\u00dfen begr\u00fc\u00dft. Pflegepersonal, das den Beruf nicht mehr aus\u00fcben konnte, weil kleine Kinder daheim nicht sich selbst \u00fcberlassen werden d\u00fcrfen? Nein, da muss man regulierend eingreifen. <strong>Kurz darauf schrieen aber fast alle, dass doch ausgerechnet ihr Beruf f\u00fcr unser Zusammenleben wichtig w\u00e4re.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Niemand will entbehrlich sein<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Man stelle sich ja auch mal vor, dass durch eine Krise offensichtlich w\u00fcrde, dass es Berufe gibt, die man problemlos abschaffen k\u00f6nnte.<\/strong> In der Romanreihe &#8222;Per Anhalter durch die Galaxis&#8220; heilt sich eine Zivilisation selbst, indem sie den unn\u00fctzesten Teil ihrer Gesellschaft in der &#8222;Arche B&#8220;, einem gigantischen Raumschiff auf eine Reise ins Nirgendwo schickt, mit der Illusion, dass sie die Wichtigsten w\u00e4ren und deshalb als erstes evakuiert werden m\u00fcssten. Diesen Klassenkampf erleben wir nun erneut und vieles ist hier mehr Schein als Sein und er ist ideologisch durch unsere Wirtschaft getrieben. Denn wir haben gelernt, dass jeder selbst Schuld habe, wenn er nicht dringend gebraucht und gut bezahlt wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Begriff &#8222;kritische Infrastruktur&#8220; wird da gerne gepr\u00e4gt und jeder will dazu geh\u00f6ren, denn &#8222;ohne mich geht&#8217;s doch wohl nicht, oder?&#8220;,<\/strong> ist das neue Selbstverst\u00e4ndnis. Wer zur kritischen Infrastruktur geh\u00f6rt, darf seine Kinder in die Kita bringen, auch wenn die wegen einer Krise eigentlich geschlossen ist, damit er wie gewohnt zur Arbeit gehen kann und man dem Chef nicht erkl\u00e4ren muss, dass die Betreuung der n\u00e4chsten Generation keine Option, sondern alternativlos ist. Darin spiegelt sich auch das Missverh\u00e4ltnis von Kinderlosen und Eltern wider. Wer keinen Nachwuchs hat ist im Arbeitsleben eben funktionaler und krisenfester. Gleichwohl spekulieren alle darauf, dass da doch wohl eine n\u00e4chste Generation mal ihre Altersversorgung, ihre Pflege und ihre ganzen Probleme \u00fcbernehmen werde, bis hin zur Klimakrise und Atomm\u00fcll.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lieber Rendite zur Lebzeit als Fortschritt f\u00fcr die Enkel<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Dass die Bildung der n\u00e4chsten Generationen in unserer Gesellschaft die h\u00f6chste Priorit\u00e4t haben sollte, ist rationell gesehen unabdingbar<\/strong>, wenn man am dauerhaften Fortbestand der Gesellschaft ein Interesse hat. Doch diese Ideologie scheint etwas verloren gegangen zu sein. Schufen die Menschen fr\u00fcher noch Dinge, von denen sie hofften, dass sie ihre Lebzeit bei weitem \u00fcberdauern und in den kommenden Generationen fortbestehen und weiterwirken sollten, so f\u00fchlt sich vieles was Entscheider, Chefs und Regierungen tun heute eher so an, als w\u00fcrden sie ihre eigene Obsoleszenz planen. Ma\u00dfnahmen m\u00fcssen maximale Effizienz bis zu ihrem eigenen mutma\u00dflichen Lebensende entfalten. Die Priorit\u00e4t den Kindern, Enkeln und Urenkeln eine bessere Welt hinterlassen zu wollen, ist hingegen gewichen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ist die FDP nun auf einem guten Weg, wenn sie erkennt, dass der durch den russischen Angriff auf die Ukraine ausgel\u00f6sten Gasmangel auch die Kinder bedroht und man den Schulen Priorit\u00e4t einr\u00e4umen sollte?<\/strong> Nun sollte man der FDP nicht unbedingt Dummheit oder b\u00f6sen Willen unterstellen, muss sich aber doch stetig fragen, f\u00fcr welche Lobbyisten und welches Aktienportfolio sie gerade argumentieren, um hier kurzfristige Gewinne zu sichern. Beim Thema Schulen ist das vielleicht nicht direkt erkennbar, aber vermutlich ebenso der Fall, wenn man etwas tiefer blickt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Hauptproblem aktuell ist, dass wir im Winter 2022\/2023 aller Voraussicht nach nicht alle Verbraucher vollst\u00e4ndig mit Gas versorgen werden k\u00f6nnen.<\/strong> Die Notfallpl\u00e4ne legen hier bereits, planerisch sehr gut, Priorit\u00e4ten und Strategien fest. So soll ebend die &#8222;kritische Infrastruktur&#8220; versorgt bleiben. Dazu geh\u00f6ren Krankenh\u00e4user. Patienten die erfrieren, weil sie im Koma liegen und das Krankenhaus nicht geheizt werden kann, sind nicht akzeptabel. Soweit so klar. Ob nun auch die Industrie insgesamt zur kritischen Infrastruktur z\u00e4hlen muss, weil da ja irgendwie die Wirtschaft dran h\u00e4ngt und eben viele Arbeitspl\u00e4tze gef\u00e4rdet sein k\u00f6nnten, muss man aber sehr skeptisch sehen. Dennoch wurde auch das schon energisch ins Feld gef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wirtschaft oder Leben<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Aktuell haben Wohnh\u00e4user eine h\u00f6here Priorit\u00e4t als Produktionsst\u00e4tten und Betriebe.<\/strong> Mich hat das erstmal \u00fcberrascht, weil man als Privatmensch selten in den Vordergrund ger\u00fcckt wurde. Allerdings haben wir nun eben auch eine andere Regierung als in den letzten Jahrzehnten. Ganze Siedlungen die ausk\u00fchlen, einfrieren und unbewohnbar werden, w\u00e4hrend nebendran die Fabrik munter produziert, w\u00e4ren in der Tat etwas das &#8222;sozialen Sprengstoff&#8220; bietet und schlichtweg unpraktikabel ist, solange die Industrie nicht v\u00f6llig ohne Menschen funktioniert. Die FDP hat hier aber ein Problem, denn f\u00fcr ihre Mitglieder, ihre W\u00e4hler und Anh\u00e4nger, ist die Industrie im Zweifel wichtiger. Dass sie selbst dann im kalten Hocken sehen sie weniger, denn wer genug Geld hat kann sich fast immer irgendeine Alternative kaufen. &#8222;Und wenn das normale Volk kein Brot mehr hat, dann sollen sie eben Kuchen essen&#8220;, m\u00f6chte man da in Gedanken hinzuf\u00fcgen. Vielleicht bieten manche Unternehmen dann den Mitarbeitern an gleich ganz im B\u00fcro zu bleiben, auf Feldbetten zu schlafen oder durchzuarbeiten, um nicht daheim im Kalten zu hocken. Mancher w\u00fcrde das lakonisch eine &#8222;Win-Win&#8220;-Situation nennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was ist aber nun, wenn die Betriebe in denen man t\u00e4tig ist, Freunde hat oder von denen man Aktien besitzt, alle auf die Liste der kritischen Infrastruktur gehievt wurden, das eigene Haus mit teuren Speziall\u00f6sungen mollig warm bleibt, aber die Kinder dann nicht in die Schule k\u00f6nnen, weil die gerade einfriert? Nun, dann hat man eben doch wieder ein Problem. Das &#8222;aber ich bin doch wichtiger und muss mein Kind trotzdem schicken&#8220;, klappt nicht. Zum einen will man nicht, dass es dort dann bibbernd sitzen muss, zum anderen wird im Zweifel eben dennoch alles dicht gemacht und wieder kurzfristig HomeSchooling angeordnet. Und die Eltern, wie sollen die denn dann ungest\u00f6rt arbeiten? Ja, genau. Da kommt das Problem her und jetzt sind wir an dem entscheidenden Punkt f\u00fcr die Argumentation der FDP zum Thema Schulen und Gas.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dabei rettet niemand die Schulen oder gar die Bildung mit Gas<\/strong>, aber der Betrieb der Schulen in diesem Winter ist tats\u00e4chlich hochgradig gef\u00e4hrdet. Und diese zwei Dinge lohnt es sich ebenso noch zu betrachten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Unser Bildungssystem ist mit Gas allein nicht zu retten<\/h2>\n\n\n\n<p>Zum einen ist das unser Bildungssystem, das man eigentlich so garnicht nennen d\u00fcrfte. Schulen bieten, ich wiederhole es gerne nochmal, keine Bildung, <strong>denn sie basieren auf Pr\u00fcfen und Aussortieren<\/strong>. Das hat weder etwas mit P\u00e4dagogik, noch etwas mit bestm\u00f6glicher Bildung f\u00fcr die n\u00e4chste Generation, der wir all unsere Probleme hinterlassen, zu tun. Schulen scheitern seit den 1970ern daran sich weiterzuentwickeln und hinken sowohl der Realit\u00e4t, wie der Digitalisierung, als auch der P\u00e4dagogik um viele Jahrzehnte hinterher. Das substanziell zu \u00e4ndern wird Jahrzehnte ben\u00f6tigen, aber man m\u00fcsste vor allem einmal ernsthaft damit beginnen.<\/p>\n\n\n\n<p>L\u00e4cherlich ist in diesem Kontext nun, dass selbst in den gr\u00f6\u00dften Krisen die Kultusminister sich immer noch an der Pr\u00e4senzpflicht festklammern, als sei sie das Entscheidende und Einzige was Bildung rettet. Tats\u00e4chlich tut sie das freilich sind, sondern rettet nur unser antiquiertes Schulkonzept noch durch ein weiteres Jahr. In der Konsequenz haben die Schulen sich aber immer noch der Digitalisierung und der flexibiliserung des Lehr- und Lernortes verweigert. Die kurzen Ausfl\u00fcge in Fernunterricht, digitaler Kooperation und moderner Welt, wurden fast ausnahmslos wieder zur\u00fcckgerollt und eilig eingestampft, sodass die Schulen auch f\u00fcr den n\u00e4chsten Winter in keinster Weise f\u00fcr irgendetwas anderes vorbereitet sind als f\u00fcr den hei\u00dfgeliebten Pr\u00e4senzunterricht.<\/p>\n\n\n\n<p>Und genau dieser Pr\u00e4senzunterricht steht nun mehr als jemals zuvor auf der Kippe. In Fr\u00fchjahr 2020 war noch die Idee m\u00f6glichst wenige Kinder in die Schule zu lassen, um die Ansteckungsrate zu dr\u00fccken. Die Kinder der &#8222;wichtigen&#8220; Eltern konnte man dann nat\u00fcrlich dennoch beherbergen. Da die Schule sich aber nicht wirklich in die digitale Kooperation weiterentwickelte, war die n\u00e4chste Option dann eben alle wieder verpflichtend einzubestellen, gleichsam einem Elon Musk der seine ganzen Mitarbeiter anblafft gef\u00e4lligst wieder im B\u00fcro zu erscheinen und dann dort nicht in der Lage ist allen \u00fcberhaupt einen Sitzplatz zu organisieren. <strong>Ende 2020 musste man dann doch wieder alle heimschicken und aus der Pr\u00e4senzpflicht in der Schule wurde eilig eine Pflicht der Eltern zur Unterrichtung daheim konstruiert<\/strong>, die die Kultusminister den Eltern so auch schriftlich zustellten. Bis heute ein juristisches Kunstst\u00fcck und Mysterium. Einige Lehrer wuchsen hier auf eigene Kosten \u00fcber sich hinaus und stemmten tats\u00e4chlich soetwas wie digitalen Unterricht, andere verschwanden komplett in der Versenkung und das Kultusministerium quittierte sich nur achselzuckend.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die bipolare St\u00f6rung der Pr\u00e4senzpflicht<\/h2>\n\n\n\n<p>Im n\u00e4chsten Schritt wurde dann der Digitalunterricht vollst\u00e4ndig eingestampft. Daf\u00fcr mussten die Kinder in die Schule und da man es \u00fcber Jahre hinweg nicht schaffte oder nicht schaffen wollte, zeitgem\u00e4\u00dfe Bel\u00fcftungssysteme zu installieren, wurde eben bei Durchzug unterrichtet. Auch an den k\u00e4ltesten Wintertagen. Wer trotzdem krank wurde, musste dann in Isolation und die Kinder die das Pech hatten in der Schule neben dem Kranken gesessen zu haben, wurde gleich mit in Quarant\u00e4ne geschickt. <strong>Und nun? Daheim HomeSchooling? Nun, die Schulen konnten hier wenig bieten. Im besten Fall gab es wieder die schlecht kopierten Arbeitsbl\u00e4tter aus den 1970ern. <\/strong>Nicht digital, sondern wie gewohnt mit ein bis zwei Tagen Versp\u00e4tung von Freunden mit nach Hause gebracht oder von den Eltern vor Ort abzuholen. &#8222;Schule im n\u00e4chsten Jahrtausend&#8220;, dass ich nicht Lache.<\/p>\n\n\n\n<p>Da gaben sich die Kinder die nach Hause geschickt wurden oder zur\u00fcckkehrten \u00fcber Monate hinweg die Klinke in die Hand. Kaum eine Klasse war jemals voll besetzt. Vom Unterricht bekamen viele Kinder kaum noch etwas mit. Aber Hauptsache die Schulen sind offen und die Pr\u00e4senzpflicht wird formal umgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch eine Stufe abgeschmackter ist die aktuell vorherrschende Situation. Die Kinder m\u00fcssen eigentlich zwingend in die Schule. Auf eigene Faust daheim bleiben oder gar einen Tag fr\u00fcher in die Ferien wird als schweres Vergehen ge\u00e4chtet, aber daf\u00fcr fehlt es gleichzeitig an Lehrern. <strong>Denn abertausende Stellen werden bewusst nicht besetzt und wenn Lehrer mal krank sind und ausfallen, dann wird eben der Unterricht einfach abgesagt. Pr\u00e4senzunterrricht? Am Arsch! <\/strong>Die Eltern m\u00fcssen eben kurzfristig irgendwie die Kinder betreuen und auf eigene Faust mit ihnen die Bildung realisieren. Die immer energisch durchgesetzte Pr\u00e4senzpflicht scheint pl\u00f6tzlich nur noch ein unverbindlicher Serviervorschlag, bis zu dem Punkt an dem Eltern vorbringen doch lieber das Kind k\u00fcnftig komplett daheim selbst zu unterrichten, wenn die Schule es ja offenbar nicht gebacken kriegt. Dann ist aber der Teufel los und die Polizei kommt um das Kind zwangsweise mitzunehmen, denn es ist ja schlie\u00dflich Pr\u00e4senzpflicht und sei es nur, um dann von einer Aushilfe vor Ort die Zeit abzusitzen. &#8222;Bildung&#8220; wird in Deutschland schlie\u00dflich immer noch gro\u00df geschrieben. Soviel Rechtschreibung kriegen wir gerade noch hin.<\/p>\n\n\n\n<p>Und nun? Die Pandemie haben wir inzwischen im Griff, die Schulen sind modernisiert und die Gaskrise werden wir auch bew\u00e4ltigen? &#8212; NICHT!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bestens ger\u00fcstet f\u00fcr den Winter &#8212; NICHT<\/h2>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich hat die Schule weiterhin nichts dazugelernt, die Kultusminister haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht, die Digitalisierung ist nicht erfolgt, das Abr\u00fccken von Pr\u00e4senzunterricht oder die Legitimation von HomeSchooling ist weiterhin ein Tabu, L\u00fcftungssysteme sind immer noch nicht installiert und tragf\u00e4hige Konzepte f\u00fcr den n\u00e4chsten Coronawinter werden weiterhin nicht diskutiert, denn so wie man es schon seit 2020 h\u00f6rt muss man sich ja nicht vorbereite denn: &#8222;Bis irgendwelche Ma\u00dfnahmen greifen ist die Pandemie sowieso vorbei und die Vorgabe ist, dass es beim Pr\u00e4senzunterricht bleiben wird und deshalb keine sonstigen Vorbereitungen n\u00f6tig sind.&#8220; Diese Spr\u00fcche werden so regelm\u00e4\u00dfig aus dem Zettelkasten geholt und rezitiert, dass Eltern sie schon so geflissentlich \u00fcberh\u00f6ren wie &#8222;F\u00fcr Risiken und Nebenwirkungen &#8230;&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das was nun droht, und da liegt die FDP absolut richtig, ist ein Coronawinter Plus in den Schulen. Alle Kinder m\u00fcssen vor Ort sein, dort wird weiterhin mit offenen Fenstern unterricht, aber zus\u00e4tzlich f\u00e4llt nun auch die Heizung aus, weil kein Gas vorhanden ist. <\/strong>Damit k\u00fchlt die Schule insgesamt bald deutlich unter den Gefrierpunkt ab. In einem Notfallplan wird dann vielleicht frostsichere Kreide besorgt und der Tafelschwamm mit Frostschutzmittel getr\u00e4nkt, um den Unterricht aufrecht zu erhalten. Aufs Klo gehen will in vielen Schulen, aufgrund der maroden Sanit\u00e4rtechnik sowieso schon niemand mehr. Aber Hauptsache &#8222;die Bildung&#8220; bleibt aufrecht erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Kinder nun langfristig geplant, gut organisiert, sinnvoll finanziert und rechtlich voll legitimiert, daheim zu unterrichten, mit voller digitaler Unterst\u00fctzung der Schulen, lieber auf Pr\u00fcfungen zu verzichten und die Lehre und Bildung wirklich in den Vordergrund zu stellen, die Heizung von Privatr\u00e4umen in den Fokus zu stellen und hier HomeOffice, HomeSchooling und HomeLiving zu b\u00fcndeln, w\u00e4re zwar logisch sinnvoll, wird aber wohl eine Illusion bleiben.<\/strong> Mancher hat einfach die alten verkn\u00f6cherten Konzepte zu lieb gewonnen und kann sich schlichtweg nicht vorstellen wie es sonst gehen sollte. Und genau das ist letztlich unser gr\u00f6\u00dftest Problem bei allen Krisen. Wir k\u00f6nnen und wollen uns nicht mehr so richtig anpassen und scheitern quasi an uns selbst, wenn sich in der Umgebung etwas nicht so verh\u00e4lt und entwickelt, wie wir es leichtfertig angenommen haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt macht sich die FDP Sorge darum, dass Unterricht wegen Gasmangels ausfallen k\u00f6nnte. Klingt ja erstmal r\u00fchrend, ist aber eher drollig naiv. Das Problem ist mit einer Priorit\u00e4t bei der Gasversorgung allein \u00fcberhaupt nicht zu l\u00f6sen. Jetzt ist es im vollen Gange: Das Geschachere darum, wer Priorit\u00e4t hat. Wir sind es bereits gewohnt seit 2020. 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