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Medien, Eigenschaften,
Größen
Massenspeicher sind Möglichkeiten mit dem Computer dauerhaft große
Datenmengen zu archivieren. Die Art und Größe der Massenspeicher
verändert sich rapide. Früher einmal bestanden sie in "Datasetten"
oder Magnetbändern, das waren spezielle Audiokassetten oder größere
Datenbänder mit einem magnetisierbaren Streifen der durch ein Schreib/Lesegerät
lief. Das Fassungsvermögen eines solchen Bandes lag bei einigen hundert
Kilobyte. Heute sind die Massenspeicher oft CDs (Compact Discs) oder DVDs
(die Nachfolger der CDs). Auf eine solche DVD passen einige Gigabyte an
Daten. Innerhalb von nur 15 Jahren hat sich die Menge der Daten die man
für einen bestimmten Preis und in einem Medium bestimmter Größe
speichern kann mehr als vertausendfacht. Es ist zu erwarten, daß
diese Entwicklung noch eine ganze Weile anhält und in Zukunft vielleicht
hollographische Speichermedien eine große Rolle spielen, welche ein
Fassungsvermögen von einigen Terrabyte haben könnten.
(Für Erklärungen was Kilobyte, Megabyte, Gigabyte, Terrabyte
bedeuten, siehe Bits&Bytes)
Computermedien sind Digital
Die Art der Medien die zur Datenspeicherung verwendet werden können
ist vielschichtig und hat sich immer wieder gewandelt. Das ist vergleichbar
mit dem dem Wandel von Langspielplatte zur Kassette und dann zur Musik-CD.
Ähnlich hat sich auch im Bereich der Computer die Art der Datenaufzeichnung
gewandelt. Der wichtigste Unterschied zu Langspielplatte und Audiokassette
ist dabei, daß Computerdaten immer schon digital aufgezeichnet werden
mußten. Ein Computer kann grundlegend nur zwei Zustände unterscheiden
"Ein" und "Aus". Die Daten auf einem Computermedium müssen daher in
dieser Form digital gespeichert werden. Es dürfen nur Einsen und Nullen
verwendet werden. Eine Aufzeichnung muß immer präzise und einddeutig
sein. Diese Art der Aufzeichnung nennt man Digital. Bei einer Musikkassette
hingegen wird Analog aufgezeichnet. Das bedeutet, daß hier ein breites
Spektrum an aufzeichenbaren Werten gespeichert wird. Es ist ein kontinuierliches
unpräzises Muster das gepeichert wird. Dies ist für Computerdaten
extrem ungeeignet.
Analog / Digital
Den Unterschied zwischen Analog und Digital kann man am Besten an Uhren
erklären. Bei der Digitaluhr gibt es eine elektronische Zeitanzeige
aus einzelnen Ziffern. Diese können nur Stunden, Minuten und Sekunden
anzeigen. Es sind nur solche Werte darstellbar, die sich durch die Ziffern
bilden lassen. Zwischenwerte gibt es einfach nicht. Jede Sekunde springt
die Anzeige um eine Sekunde weiter. Halbe Sekunden sind nicht darstellbar.
Die Darstellung ist digital. Die Anzahl darstellbarer Werte ist begrenzt.
Betrachtet man nun eine Analoguhr, so hat man ein Ziffernblatt mit einem
Zeiger der sich kontinuierlich herumbewegt. Hierbei sind beliebig viele
Zwischenzustände darstellbar. Der Zeiger nimmt jede der unendlich
vielen feinen Zwischenstellungen während einem Umlauf auch für
kurze Zeit ein. Die Darstellung ist Analog. Die Anzahl darstellbarer Werte
ist unendlich.
Lochkarten
Für den Computer (wie er zumindest heute verbreitet ist) brauchen
wir jedoch exakte digitale Werte. Das Aufzeichnungsmedium muß daher
auch digital sein. Die ersten solchen Medien waren Lochstreifen und Lochkarten.
Hier gab es nur zwei Zustände "Loch" und "Nicht-Loch". Lochkarten
mußten von Hand gefertigt werden und konnten nicht besonder viele
Informationen speichern. Die Verwendung war recht mühseelig.
Datenbänder
Das nächste war bereits die magnetische Aufzeichnung auf magnetische
Datenbänder. Das physikalische Grundprinzip ist das gleiche wie bei
der Audiokassette. Die Aufzeichnung ist also grundsätzlich analog,
benötigt wird aber eine digitale Aufzeichnung. Man muß nun aus
der analogen Aufzeichnung eine digitale Aufzeichnung machen, indem man
die Anzahl der darstellbaren Zustände drastisch reduziert auf eine
endliche Zahl. Dazu definiert man eine endliche Zahl deutlich unterscheidbarer
Impulse, die man dann auf den analogen Datenträger aufzeichnet. Wenn
man sich ein solches Band als Tonband akkustisch anhört, ist ein wildes
Gepiepe zu hören. Dies sind die markanten und diskreten Signale der
digitalen Aufzeichnung.
Verschmierte Aufzeichnung
Die ersten Datenbänder hatten noch keine große Aufzeichnungskapazität.
Dies hängt auch damit zusammen, daß man auf den analogen Datenträger
die digitalen Signale nicht zu kompakt (zu schnell hintereinander) aufzeichen
kann, da sie sonst beim Aufnehmen oder Wiedergeben verschmieren und nichtmehr
exakt sind und deshalb falsch interpretiert werden. Dieses Vefahren hat
sich aber mit der Zeit immer mehr Verbessert.
Platten und Disketten
Ein weiteres Problem war die Sache, die jeder Benutzer von Audiokassetten
kennt. Um an bestimmte Daten (ein bestimmtes Lied) heran zu kommen muß
man oft lange Vor- oder Zurückspulen und dann suchen bis man die richtige
Stelle gefunden hat. Ein Fortschritt waren da die Disketten- oder Plattenlaufwerke.
Diese ermöglichten einen schnellen und gezielten Zugriff. Das magnetisierbare
scheibenförmige Medium drehte sich und darüber kann ein Schreib/Lesekopf
die jeweils benötigte Datenspur recht genau ansteuern. Mit diesem
System funktionieren auch noch heutige Festplatten, Disketten und in abgewandelter
Form sogar CD-Laufwerke. Die Speicherunsdichte und Arbeitsgeschwindigkeit
hat sich dabei aber drastisch verbessert. Erste Festplatten waren viele
Kilogramm schwere Platten von 2 Meter Durchmesser und 1 MB Fassungsvermögen.
Heute fast ein kleines Zigarrenschachtel großes surrendes Kästchen
die 10'000 fache Menge (gut 10 GB).
Überblick über gebräuchliche Medien
Werfen wir jetzt einmal einen kurzen Blick auf heute einigermaßen
übliche Aufzeichnungsmedien
(Die Tabelle stellt nur einen ungefähren Ausschnitt mit ungefähren
Werten dar)
| Medium |
Eigenschaften |
Kapazität |
Preis pro Medium |
Preis pro MB |
| 3 1/2 Zoll Diskette |
Langsam unsicher, wiederbeschreibbar |
1,44 MB |
0,50 DM |
34 Pf |
| ZIP - Diskette |
bessere Diskette, wiederbeschreibbar |
100 MB |
20 DM |
20 Pf |
| Bandlaufwerk / Streamer |
unflexibel, wiederbeschreibbar |
~ 500 MB |
40 DM |
8 Pf |
| MagnetoOptische Cardriges |
rel. robust, wiederbeschreibbar |
1 GB |
150 DM |
14 Pf |
| Magnet Cardridges |
unsicher, wiederbeschreibbar |
1 GB |
100 DM |
9 Pf |
| CD ROM |
robust, nur einmal beschreibbar |
650 MB |
3 DM |
0,5 Pf |
| CD RW |
wiederbeschreibbare CD |
650 MB |
20 DM |
3 Pf |
| DVD |
robust, nur einmal beschreibbar |
max. 15 GB |
? |
(< 1 Pf) |
| Festplatte * |
sehr schnell, wiederbeschreibbar,
fest eingebaut (kein Wechselmedium) |
~ 6 GB |
400 DM |
6 Pf |
| RAM (Hauptspeicher) ** |
Nicht für Archivierung, sondern
als Arbeitsspeicher. Extrem unsicher,
extrem schnell (hier nur zum Vergleich) |
(64 MB) |
(250 DM) |
(400 Pf) |
| Hologrammspeicher *** |
Nocht nicht verfügbar |
~~ 10 TB |
?? |
(<1 Pf) |
|
|
|
|
|
(Die Preise und sonstigen Angaben sind nur ungefähr, abhängig
vom verwendeten Gerät und Typ, und innerhalb kurzer Zeit wieder
unaktuell. Für die Preiskalkulation müßte man auch hinzurechnen
wie teuer die einmalige Anschaffung des Schreib/Lese-Gerätes ist)
Hinweise:
*) Festplatten sind keine Wechselmedien und deshalb weder transportabel
noch austauschbar. Man kann also nicht einfach eine neue Festplatte einlegen
wenn die alte Festplatte voll ist. Bei richtigen Wechselmedien (Disketten,
etc.) funktioniert das recht problemlose, deshalb sind zum Archivieren
vorallem Wechselmedien gut geeignet.
**) RAM (Hauptspeicher) fällt aus der obigen Auflistung eigentlich
völlig heraus, da er Daten überhauptnicht langfristig speichern
kann. Sobald der Rechner ausgeschaltet wird, verliert der RAM-Speicher
alle gespeichterten Daten. Er wird deshalb niemals zum Archivieren eingesetzt,
sondern nur zum "Arbeiten" da er sehr schnell ist.
***) Hologrammspeicher gibt es bisher nur als experimentelle Prototypen.
Es ist denkbar daß sie bis zum Jahr 2005 verfügbar sein könnten,
aber es ist auch möglich daß sie erst 2050 oder niemals realisiert
werden können. Die Aussagen sind deshalb spekulativ.
Quantiät wird billig
Grundsätzlich ist zu bemerken, daß Speicherplatz immer größer,
billiger, sicherer und flexibler wird. Der Preis pro MB nahm in den
letzten fünfzehn Jahren von etwa 5 DM auf jetzt 0,5-20 Pfennige ab
und die Preise werden weiter sinken. Große Datenmengen kann man also
immer schneller, leichter und sicherer archivieren. Aber Quantität
ist nicht Qualität und so enstehen gigantische Datenmüllhalden
in den sich keiner mehr auskennt und wo enorme Datenmengen ungenutzt und
unausgewertet liegen bleiben. Unsystematische Archivieren um jeden Preis
ist also nicht unbedingt sinnvoll, jedoch immer problemloser möglich.
Magnetaufzeichnung
Bei der Aufzeichnung gibt es bisher eine relativ kleine Palette an Möglichkeiten
die Anwendung finden. Hauptsächlich werden heute noch magnetische
Medien verwendet. Dabei ist eine magnetisierbare Schicht auf einer Trägerschicht
aufgetragen. Die magnetisierbare Schicht wird nun mit "Einsen" und "Nullen"
beschrieben und kann danach durch einen ganz schwachen Magneten wieder
vorsichtig ausgelesen werden. Magnetfelder und Verschmutzungen können
bei dieser Aufzeichnungsart jedoch schwere Datenverluste herbeiführen.
Je mehr Informationen auf eine bestimmte Fläche gepackt werden umso
höher ist das Risiko eines Datenverlustes. Bei Festplatten sind die
Aufzeichnungsdichten inzwischen sehr hoch. Das Risiko von Datenverlusten
wird hier durch eine Kapselung vermindert. Zudem wird bei der Herstellung
auf eine präzise und fehlerfrei Magnetschicht geachtet. Trotzdem sind
magnetsiche Datenträger gegenüber elektromagnetischen Feldern
und Wellen nicht imun und auch Erschütterungen können Beschädigungen
hervorrufen. Das liegt vorallem daran, daß der Schreib/Lese-kopf
bei Festplatten bis auf wenige Mikrometer an die Oberfläche der Festplatte
herankommt, diese jedoch nicht berühren darf. Bei Erschütterungen
kann es zum "Headcrash" kommen. Es gibt eine Berührung und die Magnetoberfläche
und der Schreib/Lesekopf wird zerkratzt und zerstört.
Optische Aufzeichnung
Optische Aufzeichnungsmedien wie CDs haben dieses Crashproblem nicht, da
sie völlig berührungsfrei arbeiten. Das sich drehende Medium
wird mit einem Laserstrahl beschrieben und abgetastet. Verschmutzungen
beim Schreiben können hier ebenfalls fatal sein, jedoch sind Verschmutzungen
beim Lesen weniger tragisch, da sich das Medium vorsichtig reinigen läßt
und danach fast immer wieder problemlose lesbar ist. Die Aufzeichnung bei
CDs erfolgt durch unterschiedlich stark reflektierende Bereiche auf der
reflektierenden CD-Schicht. Diese stellen entweder Einsen oder Nullen dar.
Durch einen entsprechend starken Laser können die reflektierenden
Schichten in einem speziellen CD-Rohling so verändert werden, daß
sie Einsen und Nullen darstellen. Ist die CD einmal beschrieben läßt
sie sich nichtmehr verändern und auch nichtmehr einfach so löschen.
Man kann sie allenfalls noch vernichten.
Read/Write-CDs und MagnetoOptische Speicher
Es gibt jedoch auch CDs die wieder löschbar und neu beschreibbar sind.
Diese kosten jedoch wesentlich mehr und sind auch nicht so flexibel beschreibbar
wie magnetische Disketten. Das heisst, daß das Aufzeichnen und Löschen
entsprechend aufwendig ist. Ansonsten ist eine sogenannte CD-RW verwendbar
wie eine normale CD-ROM nur daß sie eben wieder löschbar ist
und sich neu beschreiben läßt. Ähnlich lassen sich auch
MagnetoOptische Disketten (MOs) benutzen. Sie sind mit einigem Aufwand
beliebig oft beschreibbar und löschbar. Das Abtasten erfolgt hier
ebenfalls optisch über einen Laser. Die Aufzeichnung hingegen funktioniert
durch Erhitzung und Magnetisierung. Die Trägerschicht wird erwärmt
und ist dadurch veränderbar. Durch magnetische Beeiflussung werden
nun optisch lesbare Unterschiede auf das Trägermedium gebracht. Die
so veränderte Trägerschicht erstarrt wenn sie kalt wird und ist
dann sehr robust. Erst bei Erwärmung läßt sie sich wieder
verändern.
Hollogrammspeicher
Eine weiter Revolution wären die hollographischen Aufzeichnungsmedien.
Sie funktionieren theoretisch völlig ohne bewegliche Teile, indem
ein Laserstrahl das Medium abtastet. Das Medium selbst ist nichtmehr flächig
sondern räumlich. Es steht also ein ganzer dreidimensionaler Raum
für die Aufzeichnung zur Verfügung. Das erhöht die Kapazität
enorm. Die Aufzeichnung erfolgt, indem in ein durchsichtiges festes Medium
durch einen Laser ein Hologramm eingebracht wird. Der Laser verändert
die optischen Kristalleigenschaften sodaß ein Hologramm (also eine
dreidimensionale Information) entsteht. Diese Hologramm kann mittels einen
sehr schwachen Lasers dann wieder abgetastet werden. Das funktioniert bisher
in Experimenten einigermaßen ist aber noch nicht praktikabel. Wenn
es doch irgendwann Realität wird, könnte man einige TerraByte
an Daten auf einem kleinen Chip so groß wie ein Daumennagel speichern
und transportieren. Der Speicher hat keine mechanischen Teile und ist somit
relativ verschleißfrei.
Dieser Ausblick in die Zukunft, soll diese kurze Einführung in
die Speichermedien und die Speicherdimensionen abschließen. Wichtig
ist, ein ungefähres Verständnis erlangt zu haben. Die konkreten
Details ändern sich sowieso dauern. Mit etwas Arbeit wird man sich
dann aber in die jeweils interessanten Details problemlos reinwurschteln
können.
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