Kurz gesagt, handelt es sich um eine hierarchische Baumstruktur. Das kann man bildlich etwa beschreiben mit einem Archivierungssystem für Dokumente. Man hat zunächst eine einzige große Schachtel. In diese kann man jetzt entweder alle Dokumente die man archivieren möchte kunterbunt hineinwerfen, oder aber man strukturiert diese große Schachtel vorher, indem man mehrere kleinere Unterschachteln hineinstellt.
Die große Schachtel hätte in einem Dateisystem hat dabei noch keinen Namen, denn es ist klar, daß alle Inhalte irgendwie hier drinn liegen müssen. Man sagt zu dieser Hauptschachtel aber auch "root" Verzeichnis, was übersetzt Wurzselverzeichnis bedeutetet. Alles was man irgendwie an Informationen hat muß also hier in diese "root" Schachtel. Den kleineren Schachteln können wir nun selbst Namen geben, wie zum Beispiel "kochrezepte", "seminar-arbeiten", "gebrauchsanleitungen", usw.
In der Schachtel "kochrezepte" könnten wir jetzt weitere Schachteln anlegen, wie zum Beispiel "fleisch", "fisch", "vegetarisch", "backen", usw. Und in der Schachtel "backen" können wir wieder Schachteln anlegen wie z.B. "plaetzchen", "kuchen", usw.. Wie finden wir nun aber diese Schachteln wieder. Diese "kuchen" Schachtel ist in der Hauptschachtel, dort in der Schachtel "kochrezepte", dort in der Schachtel "backen" und dort ist endlich "kuchen" zu finden. Dem entspricht die Bezeichnung "/kochrezepte/backen/kuchen/". Die Namen der einzelnen Schachteln werden einfach mit "/" getrennt.
Natürlich wollen wir jetzt auch Dokumente ablegen. Vielleicht unsere letzten Seminararbeiten, ein paar Kochrezepte oder Kochbücher. Vielleicht wollen wir aber auch unsere Urlaubsfotos oder unsere Lieblings-CDs irgendwo reinlegen. Das alles sind Inhalte (Informationsinhalte) und in einem Filesystem entsprechen diesen Inhalten die Files. Files können nun Texte (Dokumente), Bilder, Töne und noch alles mögliche andere darstellen. Auch diese Files bekommen nun Namen, damit wir sie in den Schachteln leicht identifizieren können. Das Rezept für Marmorkuchen nennen wir auch "marmorkuchen" und legen es in die Schachtel "/kochrezepte/backen/kuchen/". Die komplette Ortsbezeichnung lautet also jetzt "/kochrezepte/backen/kuchen/marmorkuchen". (Man beachte, es folgt KEIN abschließender Schrägstrich!).
Um mit den Filenamen auch gleich an zu geben ob es sich jetzt um einen Text oder ein Bild, oder um irgendwas anderes handelt werden zumeist Endungen an den Filenamen angehängt, die angeben um welchen Filetyp es sich hierbei handelt. Textdateien werden mit ".txt" bezeichnet, Bilder (je nach Bildtyp) mit ".gif" oder ".jpg". Unser Marmorkuchenrezepte hätte also besser "marmorkuchen.txt" heißen sollen, weil es ein Text ist. Die Endung ist beim Computer auch wichtig, um dem Computer mit zu teilen, wie er ein File behandeln soll. Textdateien werden in einem Textverarbeitungsprogramm dargestellt, während Bilder in einem Bildbearbeitungsprogramm dargestellt werden. Unser Marmorkuchenrezept ist also korrekt unter "/kochrezepte/backen/kuchen/marmorkuchen.txt" zu erreichen.
Ein kleines Problem besteht noch darin, daß man für Filenamen
und Verzeichnisnamen (Schachtelnamen) nicht beliebige Namen vergeben darf.
Auf manchen Rechnern darf man die Namen nur 8 Zeichen lang machen, dann
kommt ein Punkt und dann kommt eine Endung aus 3 Zeichen. Es gibt jedoch
auch viele Rechner die längere Filenamen akzeptieren. Vorsichtig muß
man auch sein mit Sonderzeichen. Alles was kein Buchstabe und keine Ziffer
ist, ist ein Sonderzeichen und sogar Umlaute und scharfes S gehören
dazu. So darf man zum Beispiel kein "/" in einem Namen verwenden und oft
auch kein Leerzeichen. Man sollte möglichst auf alle unnötigen
Sonderzeichen verzichten und die Namen kurz halten. Am besten nur kleine
Buchstaben und als Trennzeichen (zwischen zwei Worten) entweder "-" oder
"_" verwenden. Also: "fotos_hawaii" oder "fotos-hawaii".
Eine kleine Anmerkung noch: Wenn man es sich bildlich vorstellt und
immer weiter immer weiter Schachteln ineinander stellt, wird man sich irgendwann
denken "Hmmm .... ich kann ja nur immer kleinere Schachteln in eine andere
Schachtel hineinstellen ... irgendwann werden die doch zu klein, oder?".
Hier hinkt der Vergleich leider. Jede der Schachteln (und sei sie auch
noch so weit drinnen) ist potentiell unendlich groß. Man kann sich
das als dehnbare Schachteln vorstellen. Eine Schachtel in der nichts drinnen
ist braucht (fast) garkeinen Platz. Eine Schachtel in der sehr viel drinnen
ist braucht mehr Platz. Sie denht sich dann einfach automatisch. Und alle
Schachteln in denen diese sich dehnende Schachtel wiederum drinnen steckt
dehnen sich mit. Es gibt aber auch ein paar wenige Schachteln die nicht
dehnbar sind und das ist vorallem die große Hauptschachtel (das "root"-Verzeichnis).
Diese Hauptschachtel repräsentiert die Gesamtmenge die wir maximal
speichern können. Sie hat eine fest definierte Größe und
hängt davon ab, wieviel Kapazität unser Speichermedium hat. Erst
wenn sich also die große Schachtel vollständig gefüllt
hat ist es wirklich "voll" und dann können wir auch keine neuen Inhalte
oder Schachteln mehr zusätzlich hineinstellen. Wir müssen erst
wieder was herausnehmen (also etwas löschen).